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Das Terrarium einrichten

Bartagamen stammen ursprünglich aus den Savannen- und Wüstengebieten Australiens. Auch wenn sie schon seid vielen Generationen im Terrarium gehalten werden, haben sich ihre Ansprüche an ihren Lebensraum nicht wesentlich verändert. Die Einrichtung des Terrariums sollte also den natürlichen Lebensraum der Tiere möglichst naturgetreu nachahmen. 

 

Format:

Da Bartagamen bodenbewohnende Tiere sind, ist bei der Auswahl des Terrarienformats in erster Linie darauf zu achten, dass genug Bodenfläche zur Verfügung steht. Die Höhe des Terrariums muss nur ausreichen um einen genügenden Abstand zwischen der Beleuchtung und den Tieren zu schaffen. Als absolute Minimalgröße, für die Haltung von zwei Tieren, ist ein Terrarium mit den Massen 120x60x60cm anzusehen. Die Bodenfläche beträgt somit 0,72m². Besser wäre natürlich eine Größe die weit darüber liegt. Zu große Terrarien gibt es nicht. Allerdings sollten sie bedenken, dass ein größeres Terrarium auch höhere Kosten für Beleuchtung und Beheizung mit sich bringt. Sollen in einem Terrarium mehr als zwei Tiere vergesellschaftet werden, so muss die Größe des Terrariums natürlich angepasst werden.

 

Belüftung:

Wenn sie sich entschließen ein Terrarium selbst zu bauen, oder eines zu kaufen, müssen sie zunächst entscheiden welches Material sie wählen. Für die Haltung von Bartagamen ist ein Glasterrarium am besten geeignet, da es sehr schwierig ist in einem komplett mit Gaze bespannten Terrarium Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant zu halten. Trotzdem darf das Terrarium nicht „luftdicht“ verschlossen werden. Mindestens ein Drittel einer oder beider Seitenscheiben sollte luftdurchlässig sein, ebenso ein Teil des Deckels. Die von den Strahlern und von der Heizung erwärmte Luft steigt nach oben und verlässt das Terrarium, von den Seiten strömt frische Luft nach. Zusätzlich zu dem Belüftungseffekt erschweren sie durch diese Vorrichtung ein Überhitzen ihres Terrariums, wie es vor allem bei Glasterrarien häufig vorkommt. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass keine kalte Zugluft auf die Tiere trifft, da sonst die Gefahr einer Lungenentzündung gegeben ist. Außerdem dürfen die Belüftungslöcher nicht so groß sein, dass Futtertiere durch sie in die Wohnung entweichen könnten. Für die Belüftungsflächen eignet sich eine Bespannung mit Gaze aus Metall oder Kunststoff.

 

Damit sich Bartagamen auch in unseren Breitengraden wohl fühlen, müssen drei Faktoren, die im Terrarium den natürlichen Lebensraum der Tiere simulieren, beachtet werden. Es handelt sich um Lichtverhältnisse, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Da unser Klima sich von dem in Australien maßgeblich unterscheidet, muss im Terrarium auf technische Hilfsmittel zurückgegriffen werden um das „Kleinklima“ den Bedürfnissen der Tiere anzupassen.

 

Temperatur

Bartagamen sind Reptilien und daher können sie ihre Körpertemperatur nicht regeln. Sie sind sie auf ein Temperaturgefälle im Terrarium angewiesen. Steigt ihre Körpertemperatur, so begeben sie sich an einen kühleren Platz. Fällt sie zu sehr ab, suchen sie einen wärmeren Platz auf um sich zu erwärmen. 

Folglich müssen im Terrarium geeignete Plätze geschaffen werden, an denen diese Thermoregulierung stattfinden kann. Dies geschieht durch eine Beheizung des Terrariums, doch auch die Beleuchtung sollte als Wärmequelle nicht unterschätzt werden. Sie übernimmt damit eine doppelte Funktion. 

Generell sollte die Temperatur im Terrarium bei etwa 30°C liegen. Diese Temperatur wird durch eine Beheizung eines Teils des Bodengrundes bewerkstelligt. Geeignete Vorrichtungen wie Heizkabel und Heizmatten sind im Fachhandel erhältlich und müssen gegen Beschädigung durch grabende Echsen abgesichert werden. 

Der kälteste Punkt im Terrarium sollte eine Temperatur von ca. 26°C aufweisen. Das ist am besten mit einer vor Lichteinstrahlung geschützten Höhle zu bewerkstelligen, deren Boden regelmäßig mit Wasser befeuchtet wird. 

An den Sonnenplätzen können Temperaturen zwischen 36°C und 40°C herrschen. Da die Tiere Wärme mit Licht verbinden sollten diese Wärmeplätze besonders hell beleuchtet werden. Spotstrahler geben zum Beispiel sowohl Wärme als auch Licht ab, sie eignen sich gut zum Einrichten solcher Sonneninseln. 

Generell sollte an den Kalt- und Warmpunkten genug Platz für alle Tiere sein, so dass sie jederzeit die Möglichkeit haben ihre Körpertemperatur zu regulieren. Die Temperaturen im Terrarium müssen ständig mit mehreren Thermometern kontrolliert werden. Thermometer sollten daher am Kühlsten, am Wärmsten und an einem dazwischen liegenden Ort gemessen werden. Am geeignetsten hierfür sind Temperaturfühler, die die Temperaturen direkt auf einer Anzeige außerhalb des Terrariums angeben, so dass sie vom Pfleger ohne großen Aufwand kontrolliert werden können. 

 

Luftfeuchtigkeit:

Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium sollte bei 50% bis 70% liegen. Sie muss ständig mit Hilfe eines Hygrometers überprüft werden, damit sie nicht zu stark absinkt. 

 

Dekoration: 

Die Einrichtung des Terrariums sollte nicht ausschließlich nach der Ästhetik erfolgen. Die Ansprüche der Tiere müssen auch hier im Vordergrund stehen.

Bodengrund: Als Bodengrund eignet sich besonders gründlich gewaschener Spielzeugsand. Vogelsand ist nur bedingt geeignet, da die Sandkörner zu klein sind. Wollen sie für ihr Terrarium aus der Natur entnommenen Sand verwenden, so sollte dieser nicht nur gewaschen sondern auch gründlich gesiebt werden, um eventuelle Verschmutzungen, unerwünschte Kleintiere und spitze Steinchen zu entfernen an denen sich die Tiere verletzen könnten. Außerdem sollten die einzelnen Körner vor dem Einbringen in das Terrarium unter der Lupe begutachtet werden. Nur gerundete Körner gewährleisten, dass sich die Tiere beim Graben nicht verletzen. Wird Sand mit spitzen Körnern mit der Nahrung aufgenommen, kann es zu inneren Verletzungen kommen.

Rückwand: Auch die Terrarienrückwand sollte sowohl dekorativ als auch naturnah gestaltet sein. Im Fachhandel sind fertige Rückwände in gängigen Formaten zu erhalten, welche jedoch selten besonders überzeugen können. Es gibt nahezu unbegrenzt viele Möglichkeiten eine Terrarienrückwand zu gestalten, daher wollen wir uns an dieser Stelle auf die Beschreibung einer Möglichkeit beschränken. Zunächst wird das Terrarium (falls möglich) auf die Rückwand gelegt. Mit Styropor oder Dachdeckerkork wird die gewünschte Form der Rückwand modelliert. Hierbei sollte badacht werden, dass die Rückwand keine Versteckmöglichkeiten bieten sollte, in denen die Tiere sich dem Zugriff ihres Pflegers entziehen können. Es bietet sich hingegen an, Hochsitze in die Wand zu integrieren die für die Tiere gut zugänglich sind. Anschließend wird die Rückwand dünn mit Moltofill für außen oder Fertigbeton bedeckt. Der Beton kann gefärbt werden, falls der graue Farbton zu trist erscheint. Nun kann die Rückwand nach belieben mit Sand, kleinen (runden!) Steinchen oder dünnen Steinplatten bedeckt werden. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die Rückwand sicher im Terrarium verankert ist, so dass sie in keinem Fall auf die Tiere herabfallen kann. Außerdem sollte bei der Verwendung von Stein das Gewicht der Rückwand auf die Belastbarkeit des Terrariums und seines Unterbaus abgestimmt werden. Wie auch der Bodengrund sollte die Rückwand keine spitzen Kanten oder andere Verletzungsmöglichkeiten bergen. Wer andere Materialien als die hier angegebenen verwenden möchte, sollte vor allem bei Farben und Klebstoffen darauf achten, dass diese keine giftigen Stoffe abgeben.

Kletteräste: Ein Kletterast sollte in keinem Terrarium fehlen. Die Astdicke muss dem Gewicht der Tiere angepasst werden, so dass sie diese auch sicher tragen können. Ebenso darf der Ast nicht morsch sein. Wenn ein Ast aus der Natur entnommen werden soll, muss er zuvor sehr gründlich gereinigt und auf eventuelle Insekten überprüft werden. Bevor er in das Terrarium gebracht werden kann, sollte er völlig getrocknet sein, da sonst die Gefahr besteht, dass er beginnt zu schimmeln. Im Fachhandel erhält man geeignete Äste, ihr Preis berechnet sich meistens nach Gewicht. Große, schwere Äste müssen sicher verankert werden. Um ein Untergraben zu verhindern müssen sie vor dem Bodengrund in das Terrarium gebracht werden, so dass sie auf dem Boden direkt aufliegen. Soll ein Kletterast aufrecht stehen und es besteht die Gefahr dass er kippt, so muss er in einen Betonsockel eingegossen werden, der unter dem Sand versteckt wird.

Steinaufbauten: Steinaufbauten sind besonders dekorativ und werden von den Bartagamen sehr gerne als Sonnen- und Präsentierplätze genutzt. Es empfiehlt sich also ihnen diese Möglichkeit zu bieten. Allerdings muss hier ganz besonders auf die Stabilität des Terrarienunterbaus geachtet werden. Ebenso stabil sollte die Unterseite des Terrariums sein. Sie muss absolut gerade auf dem Untergrund aufliegen, bei einer schweren Terrarieneinrichtung ist eine Unterlage aus Hartschaum, wie sie für Aquarien angeboten wird, unerlässlich um ein Brechen der Unterseite zu verhindern. Es versteht sich von selbst, dass auch die Steinaufbauten nie auf den Bodengrund aufgesetzt werden dürfen. (siehe Kletteräste) Um die einzelnen Steine dauerhaft miteinander zu verbinden verwendet man Silikonkleber oder Beton. 

Höhle: Jedes Terrarium sollte mindestens eine Höhle enthalten, welche zum einen als Versteck dient, zum anderen meist der kühlste Punkt im Terrarium ist. (Thermoregulierung) Sie sollte so groß sein, dass sie für ein verfolgtes Tier nicht zu Falle wird. Außerdem ist es von Vorteil, wenn sie für den Pfleger gut einsehbar ist und bei Bedarf problemlos gereinigt werden kann.

Bepflanzung: Eine Bepflanzung in einem Terrarium mit Bartagamen ist leider nicht ganz unproblematisch, und dies aus zweierlei Gründen. Zum einen neigen die Tiere dazu Pflanzen mit Grünfutter zu verwechseln, zum anderen ist das Klima in einem Wüstenterrarium für die meisten Pflanzen nicht sehr förderlich. Trotzdem gibt es einige Pflanzen, die auch in einem Wüstenklima gedeihen. Meist sind es Sukkulenten wie etwa Aloe Vera. Kakteen sollten nicht zu lange Stacheln aufweisen, da sie sonst ein Verletzungsrisiko darstellen. Es empfiehlt sich, Pflanzen in flachen Schalen in den Untergrund einzubringen, da sie so leichter mit Wasser versorgt werden können und ihr eigener Bodengrund sich nicht mit dem des Terrariums vermischt. In einem sehr großen Terrarium ist es eventuell möglich, Pflanzen außerhalb der Reichweite der Tiere einzupflanzen. Wenn die Pflanzen nach einiger Zeit dazu neigen extrem in die Höhe zu wachsen und dadurch unansehnlich werden, liegt das an der einseitigen Belichtung von oben. Sie müssen dann aus dem Terrarium entfernt werden und sich einige Zeit bei normalen Lichtverhältnissen auf der Fensterbank regenerieren.

© L. S.  redaktion[at]reptilien-home.de

 

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