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PflegeDer Zeitaufwand für die Pflege von Agamen ist im Vergleich zu anderen Haustieren relativ gering. Dennoch sollte die Pflege der Tiere sehr regelmäßig erfolgen, da sonst ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht. Fütterung: Bartagamen die älter als ein Jahr sind, erhalten zwei bis drei mal pro Woche Lebendfutter. Je nach Größe der Tiere eignen sich besonders Grillen, Heimchen und Heuschrecken. Doch auch viele andere Futtertiere sind im Handel erhältlich. Sie sollten nach Möglichkeit lebend angeboten werden, da ihre Bewegung den Appetit der Agamen anregt. Zusätzlich dazu muss den Tieren pflanzliche Nahrung zur Verfügung stehen. Bartagamen sind nicht wählerisch und daher ist es leicht, sie vielseitig zu ernähren. Das Grünfutter sollte in nicht zu großen Stückchen angeboten werden, so dass das Tier nicht angefressene Stückchen mit durchs Terrarium schleppt und sie an schlecht einsehbaren Stellen zu schimmeln beginnen. Eine Liste mit geeignetem Grünfutter finden sie am Ende dieses Kapitels. Trotz aller Bemühungen wird es uns nie gelingen die Bartagamen im Terrarium so abwechslungsreich wie in der freien Natur zu ernähern. Daher müssen den Futtertieren und/oder dem Trinkwasser Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden. Über die genaue Dosierung informieren die Bepackzettel der entsprechenden Präparate, die im Handel erhältlich sind. Liegen die Stoffe in Pulverform vor, so werden sie direkt vor dem Futtern die Futtertiere damit bestäubt, so dass sie keine Gelegenheit mehr haben sich zu putzen. Flüssige Präparate gibt man meist in das Trinkwasser der Tiere. Da Bartagamen den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs jedoch über ihre Nahrung aufnehmen, empfiehlt es sich ein Pulver auszuwählen. Junge Bartagamen (unter einem Jahr) haben andere Ansprüche an ihre Fütterung. Diese werden ausführlich im Kapitel Zucht behandelt.
Klimakontrolle: Wie bereits im Kapitel Terrarieneinrichtung beschrieben, müssen die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit laufend überprüft werden. Dazu eignen sich besonders Temperaturanzeigen die außerhalb des Terrariums angebracht werden, so dass die Temperaturen jederzeit schnell und unkompliziert kontrolliert und reguliert werden können. Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung kommt es schnell zu einer Überhitzung des Terrariums. Auch wenn Bartagamen aus Wüstengebieten stammen, schadet ihnen eine zu hohe Temperatur. Da sie ihre Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren können, sind sie auf ein Temperaturgefälle im Terrarium unbedingt angewiesen. Die Luftfeuchtigkeit wird durch ein Besprühen der eventuellen Bepflanzung und des beheizten Bodengrundes reguliert. Dafür sollte nur eine neue Blumenspritze verwendet werden, die noch keine Putzmittel oder andere Chemikalien enthalten hat. Wie oft sie ihr Terrarium besprühen müssen, kann nur durch eigene Tests ermittelt werden, da die Größe und Einrichtung ihres Terrariums dabei eine wichtige Rolle spielen.
Reinigung: Zur Reinigung des Terrariums sollten keine Putzutensilien verwendet werden, die auch dem normalen Hausputz dienen. Dies verbietet sich aus hygienischen Gründen, außerdem dürfen keine Rückstände von chemischen Reinigungsmitteln in das Terrarium gelangen, da diese für die Tiere gesundheitsschädlich sind. Am besten legen sie sich einen gesonderten Putzeimer zu, in dem sie Schwamm, Bürste, Schaufel und Pinzetten getrennt aufbewahren können. Die Reinigungsutensilien sollten nach jedem Gebrauch mit heißem Wasser gereinigt und von Zeit zu Zeit gründlich desinfiziert werden. Jeden Tag müssen die Fäkalien aus dem Terrarium entfernt werden. Sie stellen sonst Bakterienherde dar und außerdem riechen sie nach einiger Zeit unangenehm. Das Wasser in den Trink- und Badebecken muss erneuert werden, sobald es von Fäkalien oder Futterresten verschmutzt ist. Ebenso sollten die Futterschalen immer sauber gehalten werden. Etwa zwei mal pro Jahr, jedoch spätestens bei Geruchsbelästigung, muss das Bodensubstrat vollständig erneuert werden. Während diesem Wechsel sollten die Tiere aus dem Terrarium entfernt werden. Die Scheiben des Terrariums sollten nicht mit Glasreiniger, sondern nur mit Wasser sauber gehalten werden. Wenn man dies regelmäßig tut, kommt es nicht zu starken Verschmutzungen, die den Gebrauch von Putzmitteln erfordern würden. Sollte es jedoch trotzdem einmal nötig sein, müssen die Tiere aus dem Terrarium entfernt werden, bis der Geruch des Putzmittels verflogen ist.
Krankheiten: Zeigen ihre Bartagamen eine Verhaltensänderung die nicht auf Balzverhalten o.ä. zurückzuführen ist, oder haben sie äußere Anzeichen einer Krankheit, wie etwa alte Hautreste, eine verbogene Wirbelsäule oder Verletzungen, müssen sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Niemals dürfen sie selbst an ihren Tieren herumdoktern, in den meisten Fällen führt das eher zu einer Verschlechterung ihres Zustands.
Urlaub: Wenn sie in den Urlaub fahren wollen, müssen sie vorher eine zuverlässige Vertretung finden, die die nötigen Arbeiten am Terrarium übernimmt und regelmäßig Temperaturen und Luftfeuchtigkeit kontrolliert. Am Tag vor der Abreise sollte das Terrarium gründlich gereinigt werden, so dass die Vertretung dies in der Zeit ihrer Abwesenheit nicht mehr zu tun braucht. Fäkalien sollten trotzdem mindestens alle zwei Tage, besser jeden Tag entfernt werden. Haben sie jemanden mit der Pflege beauftragt, der sich selbst nicht mit Terrarien auskennt, so sollten sie eine detaillierte, schriftliche Pflegeanleitung bereitlegen. In ihr sollten die Futtermenge, zulässige Höchst- und Niedrigsttemperaturen und mögliche Anzeichen einer Krankheit bzw. normale Verhaltensweisen dargestellt werden, so dass eine Verunsicherung des Pflegers verhindert wird. Ebenso sollte in jedem Fall die Adresse und Telefonnummer des Tierarztes vermerkt werden. Wollen sie es dem Pfleger besonders einfach machen, fahren sie in den Urlaub wenn ihre Tiere Winterruhe halten, der Pflegeaufwand ist dann erheblich geringer.
Winterruhe: Adulte Bartagamen sollten jedes Jahr im Herbst eine Winterruhe von mindestens sechs Wochen erhalten. Den Beginn der Winterruhe leiten die Tiere selbst ein. Man erkennt dies daran, dass sie sich auffallend träge verhalten. Sie ziehen sich in Verstecke und an ruhige Plätze im Terrarium zurück. Während der Winterruhe nehmen die Tiere kaum oder keine Nahrung zu sich, ihr Kreislauf ist bis auf ein Minimum heruntergefahren. Sobald man dieses Verhalten beobachtet, sollte man beginnen die Beleuchtungszeit im Terrarium schrittweise von 14h auf 8h zu verringern. Jeden Tag sollte sie um fünfzehn Minuten verkürzt werden. Nach 24 Tagen ist die gewünschte Beleuchtungsdauer erreicht. Parallel dazu sollte auch die Temperatur gesenkt werden. Allerdings kann die Beheizung nur in Terrarien ganz abgeschaltet werden, in denen es nicht so kalt wird, dass die Tiere erfrieren. Hilfreich hierbei ist ein Thermostat, welches die Heizung automatisch wieder einstellt wenn eine bestimmte Temperatur unterschritten wird. Wichtig während der Zeit der Winterruhe ist, dass die Tiere nicht von unten erwärmt werden. Da sie kaum Flüssigkeit aufnehmen droht ihnen sonst der Tod durch Austrocknung. Auch wenn die Agamen selten aus ihren Verstecken kommen, müssen sie die Möglichkeit haben an frisches Wasser und etwas Nahrung zu gelangen. Es empfiehlt sich den Wassernapf und etwas frisches Grünfutter an einem Platz nahe der Scheibe anzubieten, damit die Tiere beim Reinigen und Wasserwechseln nicht gestört werden. Nachdem die Tiere genug Winterruhe gehalten haben, erwachen sie von alleine wieder aus ihrer Lethargie. Temperaturen und Lichtverhältnisse werden jetzt langsam wieder auf die normalen Einstellungen gebracht.
PFLANZLICHE NAHRUNG:
Verhalten Bartagamen zeigen verschiedene typische Verhaltensweisen. Sie zu kennen und zu beobachten kann sehr unterhaltsam sein, ist jedoch auch notwendig um sich ein Bild über den Gesundheitszustand der Tiere machen zu können. Sie gewähren dem Pfleger auch Einblicke in die Gruppenstruktur. Unterdrückte Tiere können so aus dem Terrarium entfernt werden, bzw. eine Umstrukturierung der Reviere kann das Tier vor bleibenden Schäden bewahren. Es empfiehlt sich, regelmäßig Aufzeichnungen über das Verhalten der Tiere zu machen, damit auch langsame Veränderungen über einen längeren Zeitraum dem Pfleger nicht entgehen. Gruppenstruktur: Nach jeder Winterruhe wird die Rangordnung zwischen den adulten Männchen im Terrarium neu ausgefochten. Das nickende Männchen (1) versucht ein anderes Männchen zu unterdrücken. Dazu sucht es sich meist einen erhöhten Punkt im Terrarium aus. Gelingt es ihm, antwortet das andere Männchen mit langsamem Ärmchendrehen (4) oder es zeigt die Demutshaltung (5). Dabei versucht es möglichst klein zu erscheinen und presst sich flach an den Boden. Eine andere Möglichkeit ist das Drohimponieren (2) bei welchen sich die beiden Widersacher ihre abgeplatteten Körperseiten zuwenden um größer zu erscheinen. Männliche Bartagamen stellen ihren Bart auf, der sich schwarz verfärbt, und öffnen ihr Maul so weit sie können. Wenn es dem unterlegenen Männchen nicht gelingt das dominante Männchen zu beschwichtigen muss es flüchten. Ansonsten kommt es zum Kampf (3), bei dem die beiden Bartagamen sich umkreisen und durch Schwanzschlagen den Gegner beeindrucken wollen. Kämpfe zwischen männlichen Bartagamen können mit schweren Bisswunden enden, es empfiehlt sich also nur ein Männchen zu halten oder durch eine entsprechende Größe und Gestaltung des Terrariums Revierbildung zu ermöglichen.
Balzverhalten: Das Balzverhalten bei Bartagamen folgt den gleichen Verhaltensmustern wie die Festlegung der Rangordnung. Das paarungsbereite Männchen versucht das Weibchen seiner Wahl zu beeindrucken, indem er einen erhöhten Platz aufsucht, seinen abgespreizten Bart schwarz verfärbt und sich aufbläht. Anschließend beginnt er mit dem typischen Kopfnicken (1) und rennt hektisch im Terrarium umher. Das Weibchen versucht ihn mit Armdrehen (4) zu beschwichtigen. Danach versucht das Männchen von hinten auf das Weibchen zu gelangen und den Nackenbiss (7) anzusetzen. Paarungsunwillige Weibchen versuchen sich zu entziehen, paarungsbereite Weibchen halten still. © L. S. redaktion[at]reptilien-home.de
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