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Wissenswertes
über Bartagamen Wer mit dem Gedanken spielt sich eine Gruppe von Bartagamen im Terrarium zu halten, oder wer sich generell für Bartagamen interessiert, der sollte sich zunächst einmal einen Überblick über das Leben dieser Tiere in ihrer natürlichen Umgebung verschaffen. Dies trägt einerseits zum besseren Verständnis der verschiedenen Verhaltensweisen bei, zum anderen ermöglicht es dem Besitzer des Tieres, natürlich innerhalb der beschränkten Möglichkeiten einer Haltung in Gefangenschaft, einen möglichst naturgetreuen Lebensraum für seine Tiere nachzubilden. Eine artgerechte Haltung ist als Voraussetzung dafür anzusehen, dass die Bartagamen gesund bleiben, was auch dem Besitzer den Ärger erspart, welchen ein schlecht eingerichtetes Terrarium und in Folge dessen kranke Agamen mit sich bringen.
Agamen sind Echsen, und zählen somit zu den Reptilien. Vorfahren der heute noch lebenden Reptilien waren die riesigen Saurier, die uns heute aus Büchern und Fernsehen bekannt sind. Mit ihrer schuppigen Haut und ihrem zum Teil absonderlichen Aussehen erinnern sie uns an kleine Drachen. Vielleicht machen gerade diese Ähnlichkeit zu Tieren die nur in Märchen existieren, den besonderen Reiz der Reptilien aus.
Die Bartagamen bilden eine eigene Gattung mit acht Arten, sie trägt den Namen Pogona (gr. für Bart). Früher wurden die Bartagamen der Gattung Agamidea zugeordnet, diese Klassifizierung hat jedoch seid etwa fünfzehn Jahren keine Gültigkeit mehr. Trotzdem ist in Büchern älteren Erscheinungsdatums die Bartagame als Amphibolorus barbatus oder Amphibolorus vitticeps zu finden, deshalb sei an dieser Stelle darauf hingewiesen. Die acht Arten der Bartagamen sind: Pogona barbata, Pogona henrylawsoni, Pogona microlepidota, Pogona minima, Pogona minor, Pogona mitchelli, Pogona nullarbor und Pogona vitticeps. Besonders häufig im Terrarium gehalten werden Pogona vitticeps, deshalb verwende ich im Folgenden den Namen Bartagame für diese Art, die meisten Angaben gelten jedoch für alle oben genannten Arten.
Ausgewachsene Bartagamen können eine Körpergrösse von bis zu 60cm erreichen, die meisten Exemplare werden jedoch nur etwa 50cm gross. Etwa die Hälfte der gesamten Körperlänge macht der Schwanz der Tiere aus. Die Beine der Agamen sind kurz und stämmig, ihr Kopf setzt sich deutlich vom flachen, ovalen Körper ab. Er ist fast dreieckig und weist am hinteren Teil ovale Ohröffnungen auf, die durch das Trommelfell verschlossen sind. Die Farbe der Bartagamen variiert stark, hauptsächlich kommen olivgrüne bis braune Farbtöne vor, jedoch sind auch Gelb- oder Orangefärbungen möglich. Zudem können Bartagamen ihre Farbe in bestimmten Situationen wie etwa Sonnenbad, Balz oder Kampf den Anforderungen anpassen. Ihre Fähigkeit zur Farbveränderung ist jedoch keinesfalls mit der eines Chamäleons zu vergleichen. An jedem Fuss haben Bartagamen fünf Zehen, die ihnen zum Graben im sandigen Untergrund dienen. Ihre Beute zerkleinern sie mit ihrem Gebiss, das jedoch nicht kräftig genug ist um sich gegen einen grösseren Angreifer zur Wehr zu setzen.
Die verschiedenen Bartagamenarten besiedeln fast ganz Australien, sind jedoch jeweils auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt. So kommt Pogona vitticeps nur im östlichen Australien vor. Lebensraum der Agamen sind trockene Savannen und Halbwüsten. Dieser karge Naturraum zeichnet sich durch spärlichen Bewuchs mit Gras und vereinzelte Sträucher aus. Termitenhügel und die Hänge von steinigen Schluchten dienen den Bartagamen als Sonnenplätze. Ebenso wurde beobachtet, dass sich Bartagamen auf Telegraphenmasten und anderen vom Menschen geschaffenen Plätzen bewegen.
Bartagamen ernähren sich omnivor, das heisst ihre tägliche Nahrung setzt sich sowohl aus vegetarischer Kost als auch aus tierischer Beute zusammen. Da Agamen am Boden jagen, erbeuten sie in erster Linie kleine Kerbtiere, ausgewachsene Bartagamen fressen jedoch auch kleine Eidechsen und nestjunge Nagetiere.
Eine Bartagame als Haustier? Bartagamen gehören zu den beliebtesten Terrarientieren. Vor allem Anfänger der Terraristik entscheiden sich häufig für die Anschaffung von Bartagamen, da diese relativ einfach zu halten sind. Im Vergleich zu anderen Reptilienarten sind die Tiere relativ preisgünstig zu erwerben, stehen nicht unter Artenschutz und sind in ihrer Nahrungsaufnahme nicht besonders wählerisch. Geeignete Futtertiere erhält man in fast jedem Zoohandel, oder kann sie zu Hause selbst züchten. Bartagamen haben keine scharfen Krallen und ein ungefährliches Gebiss, sie stellen also für den Pfleger keine Gefahr dar. Gegenüber „gewöhnlichen“ Haustieren haben sie noch einige weitere Vorteile: Sie bleiben im Terrarium und verursachen somit keinen Dreck. Ein gut gepflegtes Terrarium stellt auch keine Geruchsbelästigung dar. Da sie keine Haare haben lösen sie auch keine Allergien aus, ebenso wenig können sie laute, störende Geräusche hervorbringen. Besonders für Berufstätige sind Bartagamen geeignete Haustiere. Ihre Aktivitätsphase lässt sich mit Hilfe der künstlichen Beleuchtung auf den Abend verschieben, so dass sie nach Feierabend beobachtet werden können. Der Zeitaufwand für die Pflege ist vergleichsweise gering. Bartagamen wollen am liebsten die meiste Zeit in Ruhe gelassen werden.
Bevor sie sich Bartagamen kaufen gibt es trotzdem einige Fragen, die sie sich stellen und für sich selbst ganz ehrlich beantworten sollten:
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